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Nur allzu oft hört man den Satz: "Was, du bist Jäger? Ich könnte niemals Tiere abschießen!"

Der Nichtjäger assoziiert und beschränkt die Jagd so gut wie immer ausschließlich auf das Erlegen von Wild.

Jagd ist aber unendlich viel mehr als der bloße Abschuss überzähliger oder  kranker Tiere.

SINNVOLL ausgeübte Jagd ist  definitiv aktiver     Natur- und Artenschutz!

Anbei möchten wir hier anhand einiger Beispiele Möglichkeiten und Ideen aufzeigen, wie mit oft wenig Aufwand - und sehr oft unbeachtet von der Öffentlichkeit - von uns Jägern Wild, aber auch jagdlich nicht nutzbaren Arten,  ökologisch wirksam und sinnvoll geholfen wird.

Vor allem aber soll dieses Seite zum Nachmachen und Auch-Probieren anregen.

Allein durch die Bejagung von Prädatoren oder Neozoen ( sofern gesetzlich erlaubt) oder die Mithilfe bei der Bekämpfung der invasiven Neophyten wird schon vielen selten gewordenen Arten aktiv geholfen. Und neben Tätigkeiten, die sowieso mit Selbstverständlichkeit zum Betätigungsfeld des Jägers gehören, wie z.B...

...dem Absuchen von Wiesen vor der Mahd um den Mähtod von Wildtieren zu  verhindern,...

... dem Anbringen von Wildwarnreflektoren und Duftzäunen um Wildunfällen entgegenzuwirken,...

...die Beseitigung und das Entsorgung von leider doch im Straßenverkehr getöteten Individuen...

...oder auch der praktischen Wildschadensverhütung durch Vergrämung oder Ablenkfütterungen...

beteiligen sich Jäger regelmäßig an folgenden - nur exemplarisch angeführten - Aktionen:

a) Jäger bauen mit Schulkindern Nistkästen für Singvögel

Durch die moderne Forstwirtschaft kommt es vielerorts dazu dass zum Teil schon sehr selten gewordene Höhlenbrüter aller Art schwer oder kaum Nistmöglichkeiten finden.

Hier kann man mit wenig Aufwand ganz gezielt helfen.

Nistkästen erfüllen übrigens auch im Winter wichtige Aufgaben. Ob Meisen, Kleiber, Eichhörnchen und Schmetterlinge – selbst die wetterbeständigsten Outdoor-Profis schätzten eine warme Schlafstube. Manchem Vogel könne die Nisthilfe im Winter sogar das Leben retten. Die Gefahr der Übertragung von Parasiten durch alte Nester ist geringer als der Nutzen eines warmen Unterschlupfes für die Tiere.

Da Vögel mit 39 bis 42 Grad ständig eine höhere Körpertemperatur als Säugetiere aufrecht erhalten müssen, verbrennen sie in der kalten Jahreszeit viel Körperfett. Dadurch verlieren sie schnell an Gewicht und sind oft geschwächt. Eine kalte Nacht auf einem schutzlosen Zweig kann ihnen da manchmal zum Verhängnis werden. Sperlinge bauen deshalb regelrechte Winternester, in die sie sich bei Frost einkuscheln. Von Zaunkönigen weiß man, dass sie sich im Winter gegenseitig in Nistkästen wärmen.

Für Nichtbastler gibt es Nistkästen in allen Preisklassen über den Fachhandel zu kaufen. Sehr bewährt haben sich nicht zuletzt auch der langen Haltbarkeit wegen Kästen aus Holzbeton. Ein weiterer Vorteil ist dass diese auch vor dem Buntspecht guten Schutz bieten, der ansonsten sehr gerne Nistkästen knackt um an die Jungvögel zu gelangen.

 

 

 

Vom Buntspecht geplünderter Nistkasten.

 

 

 

 

Nistkasten aus Holzbeton

 

 

 

 

Eulenkasten aus Holzbeton

Mit etwas handwerklichem Geschick lassen sich Kästen aber leicht und billig selbst herstellen.

Blaumeise, Kleiber und Halsbandschnäpper werden es Ihnen danken!

Zum Aufhängen bitte ALUNÄGEL verwenden( im Fachhandel erhältlich)!

 

 

 

 

Sehr einfach kann ein Nistkasten auch aus hohlen Baumstämmen gebaut werden. Deckel und Boden drauf, ein Einflugloch bohren - und fertig!

So einen hohlen Stamm kann man auch ganz leicht selbst herstellen.

Arbeitsaufwand: 5 Minuten.  Der Innenraum muss nicht immer zwangsläufig rund sein. Bei dieser Art - auf einem Baumstumpf fixiert-ist nicht einmal ein Boden notwendig.

Für den Bau klassischer Nistkästen gibt es Vorlagen im Internet. Zwei davon und eine Liste mit den individuellen Maßen der Kästen und der passenden Einfluglöcher ( durch die Größe der Einfluglöcher kann man steuern, WER in den Kasten einzieht) finden Sie auch gleich hier:

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Bauanleitung - klassischer Nistkasten
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Bauanleitung - Wiedehopfkasten
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Individualmaße und Größe d. Einfluglöcher
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Vom JSV organisierte und durchgeführte Aktionen:

Auch im Rahmen des schulischen Werkunterrichts werden jährlich mit Unterstützung der örtlichen Jägerschaft gemeinsam mit Kindern tausende Nistkästen gebaut, aufgehängt und gewartet.

Als Beispiel sei hier eine von vielen Nistkastenbauaktionen erwähnt, bei der - unterstützt durch Jäger des Steirischen Jagdschutzvereins / Bezirk Leibnitz - im Jahr 2015  im Rahmen einer großen Bauaktion an 20 Pflichtschulen zeitgleich an die 500 (!) Nistkästen gebaut wurden.

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Projektbeschreibung
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Beitrag in "Der Anblick" / Mai 2015
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Viele Jagdgesellschaften und Vereine gehen in ihre Schulen und Kindergärten und bauen Nistkästen:


b) Jäger bauen mit Schulkindern Fledermauskästen

... wie am Beispiel der VS Ehrenhausen im Frühling 2017.

 

Vorangegangen ist der Aktion, die jährlich dutzendfach an steirischen Schulen läuft,  ein interessanter Impuls-Vortrag vom Fledermausschutzbeauftragten der Steierm. Landesregierung,

Bernd Freitag  ( selbst praktizierender Jäger )

in dem den Schülerinnen und Schülern anschaulich und interessant erklärt wurde warum der Schutz von Fledermäusen notwendig und so wichtig ist.

Im Anschluss ging man daran, selbst mit Schülerinnen der dritten und vierten Klasse Fledermauskästen zu bauen - in unserem Fall 40 Stück.

Als Projektsponsor trat dankenswerter Weise der Jagdschutzverein  Leibnitz auf.

Zum Bauen selbst kamen mit dem bereits zugeschnittenen Material zwei ortsansässige  Jäger an die Schule um gemeinsam mit den Kindern im Rahmen des Werkunterrichts die Kästen zu bauen. Vielen Dank an Thomas Steingruber und Jungjäger Rene` Gluschitsch für den tollen Einsatz.

So konnte jedes Kind am Ende des Tages einen eigenen Fledermauskasten  ( mit Aufhängeanleitung) mit nachhause nehmen.

 

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Detail - Bauanleitung für einen Fledermauskasten
Anleitung Fledermauskasten.pdf
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Beitrag in "Die Woche"


Auch Holzkistchen, in denen oft Magnumflaschen zum Verkauf angeboten werden, können noch einen wertvollen Beitrag zum Artenschutz leisten: Sie sind der perfekte Nistkasten!

Sie fallen oft einfach an oder kosten im Handel nur ca. 5€ pro Stück!

Sie dürfen nur nicht angeregnet werden.Hochsitze, Futterstellen und Scheunen sind optimale Plätze dafür!

Loch bohren, Nagel als Sitzstange - fertig!

 

 

 

 

Vom Wein - zum Vogelzuhause. Zum Nulltarif!

Wichtig:

  • Liegend montieren, da Jungvögel durch die glatte Wand den Kasten sonst nicht verlassen können. Zudem ist nachweislich der Aufzuchterfolg bei liegenden Kästchen besser...
  • Ideal: Überdacht montieren ( z.B. Hochsitz), ansonsten eine Dachfolie drübertackern ( sehr bewährt haben sich hier Teichfolienreste)

Bezüglich der Weinsorte sind die Vögel überhaupt nicht wählerisch...! :-)

Für Naturfreunde, die keine Zeit für den Nistkastenbau haben gibt es keine Ausrede:

Einen passablen Nistkasten ( hier mit robusten Siebdruckplatten) bekommt man im Handel bereits ab 10 Euro.....!

Auch Futterstellen kann man hervorragend zum Anbringen von Nistkästen verwenden. So hat man bei jedem Ansitz auch gleich garantiert Anblick!

Um Feinden das Leben schwer zu machen empfiehlt sich das Anbringen von einem Katzenabwehrgürtel an Bäumen in Siedlungsnähe und Marderschutzvorsätzen an den Einfluglöchern, damit dieser nicht ins Innere greifen und Jungvögel rausholen kann.



WICHTIG!

Nistkästen müssen am Ende der Brutsaison (Herbst) gereinigt werden

( dazu müssen sie leicht zu öffnen sein).

Das alte Nest soll möglichst gründlich entfernt werden, damit im nächsten Jahr wieder eine freie Garconniere zur Verfügung steht ( Arbeitsaufwand weniger als eine Minute !).

Dies beugt auch der Parasitenübertragung und Krankheiten vor.

Für Fragen zum Thema Nistkästen kontaktieren Sie gerne:

Ing. Franz Schantl ; Mobil: 0043 664 / 517 0386. 


C) Tolle Idee: Ein ganzer Hochsitz als Fledermauskasten

 

 

Fledermäuse haben es in unserer Kulturlandschaft zusehends schwerer einen geeigneten Unterschlupf zu finden. Auch hier können wir Jäger einen einfachen und  sinnvollen Beitrag leisten.

 

Hochsitze / Höchstände ( oder auch Holzhütten, Scheunen,...) können sehr einfach fledermausfreundlich gestaltet werden. Dies bringt nicht nur den Fledermäusen ein Zuhause, sondern ist auch für den Weidmann ein stets erfreulicher und kurzweiliger Anblick, wenn in der Dämmerung die Fledermaus ihren Unterschlupf verlässt und am Morgen dann wiederkehrt.

 

 

 

Zudem vertilgen Fledermäuse Unmengen an lästigen

Gelsen und anderer Stechmücken.

 

 

 Neben dem simplen Anbringen von Vogelnistkästen oder Fledermauskästen am Hochsitz ( wie in Falle links sogar INNEN mit einem Glasfenster zur Beobachtung ) ist es auch sehr einfach, eine ganze Seitenwand eines Hochsitzes zur Fledermausheimat umzugestalten.

 

 

 

Zusätzlicher Vorteil:

Das Dach des Kastens kann auch gleich als Auflage verwendet werden.

Dazu muss lediglich zumindest eine Seitenwand des Sitzes mit einer Doppelwand versehen werden. Die Maße spielen dabei bis auf eines eine untergeordnete Rolle:

 

 Der Innenraum ist nur zwischen 2 und 6 cm breit ( kann auch nach oben hin schmäler werden) und das Wichtigste:

Die Einflugschneise unten darf nur

zwischen 20 und 25mm breit sein!

         Folgende Punkte sind noch  zu beachten:

  • Das Holz muss sägerau und unbehandelt sein, damit sich die Tiere festkrallen können und sollte eine Stärke von 20 – 25 mm aufweisen ( normale Schnittware).
  • Die Rückwand muss länger als die Vorderwand sein - also über den Einflugschlitz vorstehen, damit die Fledermaus landen und in den Kasten klettern kann 
  • Um den Kasten licht- und zugluftfrei zu halten (sehr wichtig), sollten beim Bau die Ritzen mit einem handelsüblichen Holzleim verschmiert werden.
  • Es dürfen keine Nägel in den Innenraum ragen.
  • Um Störungen der Tiere zu vermeiden, darf das Kontrollieren und Reinigen der Kästen grundsätzlich nur im Winter geschehen. Der Kasten reinigt sich im allgemeinen von selbst, da der Kot durch den Einschlupfspalt herausfallen kann. Sollte aber dennoch eine Reinigung erforderlich sein, so können Sie den Kasten mit einem Zweig ausfegen. Ein kurzes Hineinleuchten mit einer Taschenlampe kann auch im Sommer, tagsüber vom Boden aus, einen Überblick über den Besatz des Kastens geben.
  • Mind. 4m über dem Boden  (nicht in der prallen Sonne ) aufhängen

D) Jäger legen bei Kindern ein ökologisches Grundverständnis an

In vielen Schulen gehören Revierlehrgänge inzwischen zu einem fixen Programmpunkt im Schuljahr.

Meist gibt es dabei  eine Jagdhundevorführung (bei der die Kinder auch Wichtiges über den richtigen Umgang mit Hunden erfahren), Jagdhornbläser, einzelnen Stationen in denen  die Kinder mit dem Fernglas versteckte Tierpräparate von einem Hochstand aus erkennen sollen, anhand von Ästen, Rinden und Baumfrüchten die dazugehörigen Bäume suchen oder „blind“ einige Feldfrüchte ertasten und erkennen dürfen. Auch gibt es Fuchsbaue, Fege- oder Plätzstellen oder Malbäume ( Bäume, an denen Wildschweine scheuern) zu bestaunen. Im Anschluss daran gibt es für die Kinder zumeist noch eine Jause am Lagerfeuer, die von den Jägern zur Verfügung gestellt wird sowie eine Urkunde zur Erinnerung an ein unvergessliches Erlebnis.

An einigen Schulen bauen Jäger sogar Tarrarien und Aquarien auf, um die Metamorphose von der Kaulquappe zum Frosch bzw. von der Raupe zum Schmetterling hautnah und live zu erleben. Dadurch wird nicht nur jedes Arbeitsblatt zu diesen Themen obsolet, sondern auch Beziehung geschaffen und grundgelegt.

Froschlaich ( max. ein halber Ballen) wird einfach in ein halb mit Wasser gefülltes Aquarium eingesetzt. Der Rest passiert ganz von selbst. Das Füttern der Kaulquappen ist nicht notwendig. Sie ernähren sich von Schwebstoffen und Algen. Wichtig ist ein Stück schwimmender Kork im Aquarium, damit sich fertig entwickelte Frösche darauf retten können, weil sie ansonsten ertrinken würden!

Fertige Fröschleins werden in einem kleinen Teich,... mit den Kindern ausgewildert.

 

Schmetterlingszuchtsets (Distelfalter) gibt es inzwischen im Handel zu kaufen.

Es geht aber auch, wenn man einige Tagpfauenaugenraupen ( schwarze Raupen, die man im Frühling zuweilen auf Brennnesseln findet) in ein Terrarium setzt ( wichtig ist eine Abdeckung - notfalls Zellophan mit Luftlöchern). Gefüttert werden sie täglich mit frischen geschnittenen Brennnesseln, die zwecks längerer

Haltbarkeit eingefrischt werden.

Es ist für alle Beteiligten ein unglaubliches Gefühl, die "eigenen" Schmetterlinge dann in die freie Natur zu entlassen!

Zertifizierte Wald- und inzwischen auch schon Jagdpädagoginnen und -pädagogen unternehmen mit tausenden Kindern im Rahmen des Schulunterrichts oder auch privat geführte Walderlebnistage.

Meistens haben diese PädagogInnen auch einen jagdlichen Hintergrund.

Ein wunderschönes Beispiel dafür ist das WALDERLEBNIS BREITENFELD bei Wolfsberg im Schwarzautal ( siehe Fotos oben).

Für nähere Infos dazu klicken Sie bitte auf folgenden L I N K!


E) Anlage und Pflege von Wildhecken als Lebensraum

für Infos zur Anlage und Pfleg einer Hecke klicke bitte auf: HECKEN ALS LEBENSADERN

Auch in Schulen werden gemeinsam mit Jägern Wildhecken angelegt, gepflegt und beobachtet wie 2017 am Beispiel der VS und NMS Ehrenhausen in Kooperation mit den steirischen Naturparks. Hier lernen Kinder nicht nur die wichtigsten Heckenpflanzen kennen, sondern lernen über den ökologischen Nutzen einer Hecke und bauen so zu diesem Thema eine Beziehung auf und werden dahingehend sensibilisiert.

Eine eigene Lern- und Beobachtungsapp hilft dabei.


F) Jäger legen Wildäcker an und pflegen sie

Genaue Infos dazu findest du auf: Wiese, Wildacker und Kleingärten.

G) Jäger legen Wildwiesen an und pflegen sie

Datailinfos zum Thema auf: Wiese, Wildacker und Kleingarten.


H) Jäger als Beteiligte bei kleineren Artenschutzprojekten

 

 

 

 

Bei unzähligen weiteren Artenschutzprojekten engagieren sich Jägerinnen und Jäger mit Selbstverständlichkeit, weil ihnen die Natur ein Herzensanliegen ist. Als ein Beispiel sei hier der Amphibienschutz im Frühjahr angeführt.

 

 

 

Oder auch dieses:

 

 

Ameisenhaufen werden oft von Dachsen und Wildschweinen besucht und durchwühlt. Stirbt dabei die Königin, ist das meist das Ende der Kolonie.

 

Anbei ein vom Obmann des JV Hütt gebauter simpler aber effektiver Schutz aus Fichtenrundhölzern und Hasengitter.

I) Jäger lukrieren hochwertige Nahrungsmittel

Der Fleischverbrauch pro Kopf liegt in Österreich bei 65 kg!

Davon werden aber nur 0,7 kg Wild verzehrt.

Dabei ist Wildbret:

* Regional und saisonal

* Biologisch produziert

* Gentechnikfrei

* Stressfrei gewonnen

* Von ExpertInnen beschaut

* Tierschutzgerecht erzeugt und

* Wesentlich gesünder als Industriefleisch

 

Für den Inhalt verantwortlich: VDir. Ing. F. Schantl, BEd